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Bulletin 2 - 10. August 2007

Am Tag der Sail-Eröffnung:
Überraschungen und traditionelle Empfänge

Die Eröffnung der Hanse Sail 2007 wurde zu einem stimmungsvollen Abend. Dazu trugen auch die beiden Wassersportautoren Britt Grünke und Detlef Stöcker mit einer besonderen Überraschung bei. Sie überreichten der charmanten Oberbürgermeisterin von Rosenheim Gabriele Bauer ein Fässchen Rostocker Doppelkümmel. Rostock's OB Roland Methling nahm gleichzeitig gut gereiften „Kleppergeist“, eine hochprozentige Spezialität aus Rosenheim, entgegen. Zu den „Markenzeichen“ der Rostocker Sail gehören die stets am Sail-Eröffnungstag stattfindenden Empfänge für die Kapitäne und die Techniker der teilnehmenden Schiffe. Die „Engineer's Reception” führte die Techniker in den Rostocker Braukeller und die traditionelle „Captain's Reception“ fand erstmals auf dem Hochseefrachter „Frieden“ im IGA Park statt. 260 Kapitäne waren der Einladung in das Rostocker Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum gefolgt, darunter auch die Piloten des 7. Seefliegertreffens.

Exklusiver Wirtschaftstreff zum Fest der schönen Schiffe
„Business meets Hanse Sail“ heißt es 2007 bereits zum vierten Mal. Fernab vom Tagesgeschäft nutzen mehr als 200 Führungskräfte aus Wirtschaft und Politik den exklusiven Treff an der Ostsee, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Eingeladen hat die Wirtschaftsförderung „Rostock Business“. Sie will zum Fest der schönen Schiffe die Hansestadt auch als charmanten Wirtschaftsstandort vorstellen. Neben Politprominenz stehen auf der Gästeliste u.a. der Vizepräsident von Airbus Deutschland und die Geschäftsführer von Blohm & Voss und des Windkraftanlagenbauers Nordex. Mit einem Cocktailempfang des Rostocker Oberbürgermeisters Roland Methling beginnt das Wirtschaftsforum heute Abend im Radisson SAS Hotel. Morgen treffen sich die Gäste zum Sail-Brunch in der Yachthafenresidenz Hohe Düne, ehe ein Besuch bei Nordex Rostock, in der Kunsthalle und ein abendlicher Segeltörn auf dem Progamm stehen.

Zum 7. Mal auch Wasserflugzeuge: Vier Cessnas waren die Ersten
Gleich vier Cessnas unterschiedlicher Typen landeten gestern Mittag als die ersten vier Wasserflugzeuge im Rostocker Warnow-Wasser. Auch das größte einmotorige Wasserflugzeug der Welt steuerte die Seeflugbasis Rostock-Marienehe an. Insgesamt acht Wasserflugzeuge aus Schweden, den Niederlanden, England, Österreich und Deutschland werden zum 7. Seefliegertreffen erwartet und täglich zu Rundflügen einladen (Fr./Sa. 10-20/ So. 10-15 Uhr). Wasserflugzeuge, Hubschrauber und Flugzeuge der Region überflogen gestern als Formation die Hanse-Sail-Eröffnung im Stadthafen und grüßten aus der Luft. Zu den Attraktionen in Marienehe zählen auch Rundflüge in Hubschraubern sowie Rettungsübungen mit Marinetauchern. Modellbauer werden die Flugtüchtigkeit ihrer Schmuckstücke vor allem in den Vormittagsstunden demonstrieren.

Earthrace-Trimaran „gelandet“
„Es war fast schon gespenstisch“, erinnert sich Martin Kringel von der Firma Speedsailing aus Rostock. Bei dichtem Nebel lotsten er und sein Team einen der modernsten Teilnehmer der Hanse Sail am frühen Donnerstagmorgen in den Stadthafen. Der futuristisch anmutende sogenannte Wavepiercing Trimaran vereint auf 24 Metern Länge zehn Tonnen Karbon und modernste Schiffbautechnologie. Die beiden 540 PS-Motoren werden ausschließlich mit umweltfreundlichem Biodiesel angetrieben. Der graue HiTech-Trimaran befindet sich auf Promotiontour für das im Jahr 2008 geplante Earthrace. In Rekordzeit will die Crew um Skipper Peter Bethune aus Neuseeland die Welt umrunden. Der erste Versuch war im Frühjahr dieses Jahres an einem defekten Propeller gescheitert. Der Trimaran liegt an der Speedsailing Basis vor den Hafenterrassen und kann besichtigt werden. Auch Tagestouren sind möglich.

Anreise mit viel Wasser unter dem Schoß
Britt Grünke und Detlef Stöcker brauchten sechs Wochen, um zur Hanse Sail zu kommen. Mit Faltboot und Kanu waren sie Anfang Juli in Rosenheim bei München aufgebrochen. „Wir hatten lediglich acht Sonnentage auf der Tour, der Regen war zum Teil sehr heftig. Manche Flüsse haben Wasserstände wie sonst im Frühling“, erläutert Stöcker nach der Ankunft im Stadthafen. Während der Sail laden sie Wassersportler zum Schnupperpaddeln ein. Treffpunkt Stadthafen, vor den Silos, von 10.00 bis 18.00 Uhr.

Bunte Vielfalt auf dem Internationalen Markt
Der Internationale Markt ist vor der Haedge-Halbinsel im Rostocker Stadthafen zu finden. An insgesamt 30 Ständen präsentieren sich verschiedene europäische Länder wie Polen, Russland oder Lettland sowie viele deutsche Hansestädte und Urlaubsregionen. Neben Informationen über die Region gibt es auch kulinarische Spezialitäten und typische Souvenirs. Das Partnerland Schweden ist mit fünf Ständen vertreten und wird auf der Bühne ein buntes Kulturprogramm darbieten. Thomas Lindström ist mit seinem Stand das erste Mal auf der Hanse Sail. Zusammen mit seinen Kollegen bietet er frische handgefertigte Süßigkeiten an, „die man in Deutschland nirgendwo anders finden wird“. Lindström freut sich sehr auf die bevorstehenden Tage und hofft, viele neue Menschen kennen zu lernen und dabei seine Deutschkenntnisse erweitern zu können.

Neue Orientierungsmöglichkeiten
bei der Suche nach Schiffsliegeplätzen

Neben nummerierten Flaggen in den Wanten der Teilnehmerschiffe erhalten die Besucher der Hanse Sail im Rostocker Stadthafen nun auch digitale Unterstützung bei der Suche nach dem Liegeplatz ihres Schiffes. An einem Informationsstand an der Anlegestelle für die Fahrgastschiffe (Höhe Liegeplatz 84) werden die Positionen der Schiffe auf zwei Bildschirmen gezeigt. Die Informationen werden zum Mitnehmen ausgedruckt. „Wir freuen uns auf der Sail mit dabei zu sein und die Atmosphäre live vor Ort mitzuerleben“, so Christian Fietz, Leiter der BT Fietz GmbH. Informationen zu den Schiffsliegeplätzen, Parkplätzen, dem Programm der Hanse Sail u.a. gibt es hier bis Sonntag zwischen 10.00 und 19.00 Uhr und darüber hinaus über www.damv.de/hansesail.

Bob Dylan bei der „Nacht der Kirchen“
„Wir freuen uns über jeden, der sich aufmacht, zu uns zu kommen“, betont Seemannsdiakon Folkert J. Janssen, einer der Initiatoren der dritten „Nacht der Kirchen“. Im Rahmen der 17. Hanse Sail ist heute von 21.00 bis 24.00 Uhr Gelegenheit für Sail-Gäste und Seeleute, die Kirchenschiffe zu besuchen. Sieben Gotteshäuser im Stadtzentrum und in Warnemünde laden ein zu Muße und Besinnung. Orgelmusik, liturgische Gesänge und sogar eine Jugendrockband stehen neben Gebeten zum Nachtprogramm. „Petri goes Dylan“ heißt die musikalisch-literarische Aktion in St. Petri. Songs von Bob Dylan sind ebenso zu hören wie Rezitationen seiner Texte in deutscher Übersetzung. Unter dem Motto „Vertrauenssache“ steht der traditionelle Seefahrergottesdienst am Sonntag in der Warnemünder Kirche, der mit dem Rostocker Shantychor „De Klaashahns“ gefeiert wird.

Marine legt sich in die Riemen
Ein Ereignis der besonderen Art präsentiert die Marine ihren Gästen im Marinestützpunkt Hohe Düne. Um 13.00 Uhr fällt der Startschuss zum Marine-Kutterrennen. Neben den beiden Mannschaften der Deutschen Marine, legen sich Besatzungsmitglieder der mexikanischen und polnischen Segelschulschiffe „Cuauhtemoc” und „Iskra” sowie Angehörige ziviler Behörden kräftig in die Riemen. Echte Sehleute sind eingeladen, an den Rennen aktiv teil zu nehmen.  Der Marinestützpunkt ist heute und morgen von 10.00 bis 18.00 Uhr für Besucher geöffnet. Die Fregatte „Hamburg” in Warnemünde kann wie das Schnellboot „Hermelin” im Stadthafen von 13.00 bis 16.00 Uhr besichtigt werden. Ein zusätzlicher Rundgang an Bord ist auf der „Hermelin” zwischen 9.00 und 11.00 Uhr möglich.

Auto aus der Seine und Zahnprothese aus der Warnow
„Scheiße, der Tampen ist in der Schraube!“. Diesen Skipperfluch gibt es in allen Sprachen der Sail-Gäste zur See. Auch in Rostock kann bei einem so kleinen Unglück schnell geholfen werden. Die Baltic Taucher, ein international renommiertes Unternehmen für Taucherei-, Bergungs- und Havariedienste mit mehr als 20 Mitarbeitern, sind seit 14 Jahren die Retter in der Not. In Rufbereitschaft rund um die Uhr. Dauerdienst für alle Fälle, wenn unter der Wasserlinie etwas klemmt, leckt, liegt oder wenn „richtige“ Reparaturen bzw. Prüfungen am Unterwasserschiff notwendig werden. Große Taucherarbeiten indes haben sie schon in 15 Nationen auf drei Kontinente geführt. Sie haben Autos aus der Seine in Paris gefischt und in Warnemünde die Zahnprothese eines Seglers vom Grund der Warnow geholt. Einzigartig in der Firmengeschichte ist auch der „Vorfall Fahrrad“ im Tunnel des Bugstrahlers einer Ostseefähre.

Die Hanse Sail ist für Rostocker Fahrgastschifffahrt
wie Weihnachten

Rostocks Fahrgastschifffahrt hat über die Toppen geflaggt, die „Festtage“ des Jahresgeschäfts können kommen. Mit rund einem Dutzend Schiffen für insgesamt ca. 3000 Passagiere ist in der Hansestadt die größte Flotte der Personenschifffahrt Mecklenburg-Vorpommerns zu Hause. Als Hanse-Sail-Schiff unterstützt die „Freya“ die Rostocker Fahrgastschifffahrt. Die Fahrgäste haben es hier mit einem Raddampfer zu tun, der in langsamer Fahrt Wind, See und Wellen genießen lässt.

Briefmarkentauschbörse an den historischen Kränen
Wer auf der Hanse Sail Briefmarken mit speziellen Motiven sucht oder sich Tipps und Tricks für den Aufbau von Sammlungen geben lassen möchte, der sollte an den historischen Kränen im Stadthafen bei Horst Jann und Kurt Herrmann vorbeischauen. Die beiden Rentner vertreten während der Hanse Sail den Sammlerverein HANSEPHIL e.V. und sind bereits seit 1991 auf der maritimen Großveranstaltung dabei. „Es gehört schon Erfahrung dazu“, beschreibt Herrmann die Arbeit mit Briefmarken. Ein besonderes Highlight für Sammler sind die täglich wechselnden Sonderstempel mit maritimen Motiven, wie beispielsweise die „Dar Mlodziezy“ oder die Städtepartnerschaft zwischen Rostock und Szczecin.

Party Guide für das Hanse-Sail-Wochenende
Für die Party nach dem Bummeln und Mitsegeln sorgen an diesem Wochenende zahlreiche Discos und Bars. Heute zum Beispiel präsentiert die „Bacio Lounge” im Stadthafen den legendären Choco Club mit Hanse Sail Special. Ab 21.00 Uhr kann man zu R’n’B und Hip Hop die Nacht durchtanzen. Am Sonnabend gehen die Elektro-Fans ab 22.00 Uhr in die „Escobar” am Saarplatz. Alle, die Partymusik der Charts mögen, können zwischen der „Bacio Lounge” und dem „Moya” in der Kuhstraße wählen. In der „Bacio Lounge” trifft man dann auch auf die Miss Hanse-Sail-Anwärterinnen, die einen Tag später um den ersten Platz zittern. Ein besonderes Spektakel ist der West Power Tower im Stadthafen. Jeden Abend ab 20.00 Uhr gibt es hier Techno, Hip Hop und Chartmusik. Also, frohes Feiern.

Unsere Hanse-Sail-Serie-2
700 Jahre liiert
Die Schweden, Mecklenburger und Pommern sind über sechshundert Jahre liiert. Die Liaison begann 1363, als Herzog Albrecht von Mecklenburg Schwedens König wurde. Kulturelle Ereignisse wie „Nordischer Klang“ und das „Usedomer Musikfestival“ erinnern schon seit Jahren in Mecklenburg-Vorpommern an diese historischen Wurzeln. Teilnehmer aus Schweden gehören dazu wie das Amen in der Kirche. Im vergangenen Jahr besuchte die Usedomer musikalischen Festspiele Königin Silvia und gab dem Ereignis einen besonderen Glanz. Übrigens: Nachdem schon Gustav II. Adolf in Peenemünde deutschen Boden betreten hatte, folgte ihm Jahrhunderte später Schwedens Premier Olof Palme. Allerdings per Flugzeug. Und auch er wollte nach Stralsund. Vor Ort glänzte Palme in perfektem Deutsch mit Darstellungen aus der Geschichte Schwedisch-Pommerns.

Vorschau für Sonnabend, 11. August
Die Kanonenschüsse vom Gehlsdorfer Ufer dürften gegen 10.00 Uhr auch den letzten Schläfer wecken und auf das 8. Rostocker Kanonier- und Böllertreffen aufmerksam machen. Bereits eine Stunde früher, um 9.00 Uhr, fällt der Startschuss für den 15. Ostseepokal im Kuttersegeln. Der  See- und Segelsportverein Rostock e.V. als Veranstalter erwartet rund 40 Kutter. Um 13.00 Uhr starten die ersten Wettfahrten zum NDR-Segeltalent im Segelstadion. Und am Abend darf der Hanse-Sail-Besucher die zeitgleich in Rostock und Warnemünde gezündeten SAILOR’S Feuerwerke nicht versäumen, die die OstseeSparkasse Rostock präsentiert.

Wetter
Die Wetterkapriolen in der Mitte und im Süden Deutschlands, aber auch im Nordwesten können manch ängstliches Gemüt verunsichern. Doch ihr Einfluss auf die 17. Hanse Sail dürfte sich in Grenzen halten. Denn das Gewittertief aus Österreich schwächt sich westschwenkend ab. Dafür verstärkt sich erfreulicherweise das Russlandhoch. In dubiosen Frühnebelfeldern ringen Tief und Hoch miteinander und bringen tagsüber bei 24 bis 26 Grad manche, auch oftmals feuchte Abkühlung. Die wird der Sail-Besucher aber bei den sommerlichen Temperaturen und milden Lüftchen um 3 begrüßen.