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Bulletin 10. August 2006

Grußworte des Bundesministers der Finanzen Peer Steinbrück
„Als echtes ‚Nordlicht’ freue ich mich besonders, an der Eröffnung der Hanse Sail teilnehmen zu können. Als eines der führenden maritimen Ereignisse der gesamten Ostsee ist die Hanse Sail Rostock ein unbedingtes Muss für alle Segelfreunde aus dem In- und Ausland.
Ich wünsche mir, dass Weltoffenheit und Toleranz, wie sie die Hanse vor 650 Jahren charakterisierten und wie sie auch die heutige Hanse Sail auszeichnen, zur Basis des gegenseitigen Verständnisses in Europa und einer neuen gemeinsamen europäischen Tradition werden.
Der 16. Hanse Sail in Rostock wünsche ich viel Glück und allen Besuchern viel Spaß bei dem umfangreichen Programm!“

Eröffnung des Internationalen Dorfes durch Rostocks Oberbürgermeister
Auf der Haedge-Halbinsel im Stadthafen wird das internationale Dorf eröffnet. Rostocks OB Roland Methling begrüßt die Gäste aus den Partnerstädten und besonders die polnischen Aussteller. Mit Unterstützung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft soll das Dorf traditioneller Bestandteil der Hanse Sail in Rostock werden. Im nächsten Jahr, dem Jahr der 50-jährigen Partnerschaft beider Städte, werden Vertreter der Hansestadt Rostock mit ihrem Programm an maritimen  Veranstaltungen wie der Tall Ship’ Race in Szczecin teilnehmen.

Fallschirmspringer schweben zum Hanse-Sail-Start vom Himmel
Drei Fallschirmspringer werden heute zur Eröffnung der Hanse Sail vom Himmel schweben. Die drei Bundeswehrsoldaten springen aus 1500 m Höhe aus einem „Seaking“-Hubschrauber ab und werden in der Warnow, unmittelbar vor der Eröffnung des Windjammer-Festivals, direkt vor der Hauptbühne der Sail im Stadthafen, landen. Sie bringen dabei die Hanse-Sail-Flagge, die Flagge des diesjährigen Partnerlandes Island und eine Rauchkerze mit in den Veranstaltungsraum.

50 Jahre Marine
Die Deutsche Marine ist 50. Dazu bietet sie den Besuchern der 16. Hanse Sail Besichtigungsmöglichkeiten von Schiffen und Booten der Marine – darunter das Segelschulschiff GORCH FOCK und die Fregatte MECKLENBURG-VORPOMMERN. Tage der Offenen Tür sind im Marinestützpunkt Hohe Düne organisiert, Marineangehörige informieren multimedial über den Arbeitsplatz Bundeswehr. Ein maritimer Shuttle-Service vom Stützpunkt nach Warnemünde ist eingerichtet. Die Marine präsentiert sich auch im Rostocker Stadthafen. „Die Feierlichkeiten sind ein klares Bekenntnis, dass wir uns in Rostock wohlfühlen und uns mit der Region identifizieren“, meint Konteradmiral Ulrich Otto, Chef des Rostocker Marineamts.

Hanse Sail auch ein Medienereignis
Die Vorfreude war dem Oberbürgermeister der Hansestadt, Rostock Roland Methling, und dem Leiter des Hanse Sail Büros, Holger Bellgardt, anzusehen: Viele Neuigkeiten hatten sie auf der Eröffnungspressekonferenz für die zahlreich erschienen Journalisten parat. 300 teilnehmende Schiffe, über 700 Künstler auf sieben Veranstaltungsbühnen sind die Eckdaten des größten Traditionsseglertreffens Europas, zu dem sich über 150 Journalisten aus dem In- und Ausland angemeldet haben. Allein 50 Foto-Reporter werden von der Sail berichten. Höhepunkt am Ende der Pressekonferenz war die Enthüllung des ersten von 45 Wappentieren der Hansestadt, modelliert von Bildhauer Thomas Jastram.

GREIF ist First Ship Home bei HIORTEN-Regatta
Dr. Dieter Goldschmidt und Per-Inge Lindquist haben am Sonntag 21 Traditionssegler und Yachten auf die HIORTEN-Regatta geschickt. First Ship Home nach nur 25 Stunden und 28 Minuten war die GREIF aus Greifswald. Zweite in der Gruppe der großen Traditionssegler wurde die LADY ELLEN aus Schweden vor der KUBLAI’S KAHN II, der asiatischen Dschunke der Abenteurer Axel Brümmer und Peter Glöckner. „Die Regatta verlief sehr entspannt. Außer bei der KUBLAI’S KAHN II, bei der gleich zweimal der Mast anbrach, gab es keine Probleme“, berichtete Wettfahrtleiter Goldschmidt. Ganz besonders spannend war es in der Gruppe der Yachten: Hier lieferten sich die Teilnehmer ein wahres Kopf an Kopf Rennen, das die russische KARAVELLA für sich entscheiden konnte. Mit 25 Minuten Abstand gewann sie vor der ebenfalls aus Russland kommenden AQUARIUS, die neun Minuten vor der THE 5th SYMPHONY aus den Niederlanden über die Ziellinie fuhr. Sieger in der Gruppe der kleinen Traditionssegler wurde die GREIF v. ÜCKERMÜNDE vor der PRESVIATA POKROVA aus der Ukraine.

Koggen treffen Kreuzfahrtschiffe
„Ein einmaliges und faszinierendes Bild“, freut sich Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling über die fünf Koggen, die erstmals die Hanse Sail Rostock in gemeinsamer Fahrt anlaufen. Nach einem Koggentreffen in Wismar starteten die Nachbauten deutscher Hansekoggen UBENA v. BREMEN, ROLAND v. BREMEN, KIELER KOGGE, LISA v. LÜBECK und WISSEMARA in einem Feld weiterer Wismarer Segelschiffe und der russischen SHTANDART nach Rostock. Die beeindruckende Schiffbaukunst des Mittelalters trifft im Rostocker Seekanal gleich vier moderne Kreuzfahrtschiffe, die mit einer Rostock Port-Party und einem Feuerwerk aus Rostock verabschiedet werden.

6. Maritimes Sicherheitskolloquium
Das Zusammenwachsen Europas verlangt eine verstärkte Kooperation von Meeresanrainer-Staaten auf den verschiedensten Gebieten, auch in der Sicherheitspolitik, nicht zuletzt wegen der zunehmenden Bedrohung durch den internationalen Terrorismus. Diesen Fragen widmete sich das von der Karl-Theodor-Molinari-Stiftung, dem Bildungswerk des Bundeswehrverbandes und dem Deutschen Marine-Institut ausgerichtete 6. Maritime Sicherheitskolloquium, das am Vorabend der 16. Hanse Sail im TRIHOTEL Rostock stattfand. In ihren Referaten behandelten die Redner mögliche Wege und Chancen einer künftigen Ausgestaltung der Kooperation.

60 Jahre Hochseefischerei in Ostdeutschland
Mit diesem Thema beschäftigte sich das gestrige 4. Kolloquium der Regionalgruppe der Deutschen Gesellschaft für Schifffahrts- und Marinegeschichte. Vor rund 130 Teilnehmern wurde in 17 Vorträgen umfassend Einblick in diesen Wirtschaftszweig gegeben. Günter Ubl, vormals Generaldirektor des Fischkombinates, betonte die bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung mit Fisch- und Fischwaren als wichtigste Aufgabe. Mehr als ein Drittel des Fangs, zeitweilig jährlich über 300.000 Tonnen, erzielte die Flotte in freien Seegebieten. Im ersten Halbjahr 1990 wurde gemeinsam mit BRD-Fachleuten ein Regierungs-Programm zur Überleitung  in die Marktwirtschaft erarbeitet. Heute ist die Mecklenburger Hochseefischerei nach einschneidenden Veränderungen - so in weiteren Vorträgen dargelegt - unter dem Dach des niederländischen Unternehmens Parleviert & Van der Plas tätig. Erster Internet-Bericht in Wort und Bild ist ab Freitag (11.08.) unter www.boulevard-rostock.de nachzulesen.

Tauchspektakel im Haedge-Hafen
Aus Anlass des 50. Jahrestages der Deutschen Marine gestaltet der Helmtaucherverein Ostsee e.V.  während der 16. Hanse Sail gemeinsam mit der Marinetauchergruppe Warnemünde und einer Tauchergruppe aus Süddeutschland ein Tauchspektakel, wie es das bisher in Rostock noch nicht gab. So werden historische und moderne Helmtauchgeräte vorgeführt und dabei ein geschichtlicher Überblick von den Anfängen der Taucherei bis  zur heutigen Schiffstaucherei geboten.
Die Veranstaltungen am Freitag, Sonnabend und Sonntag finden zwischen 10 und 18 Uhr jeweils am Sachwimmponton im Haedge-Hafen statt. Außer den Vorführungen wollen die Helmtaucher auch Schnuppertauchgänge anbieten, für die die Tauchfähigkeit der Bewerber Bedingung ist.

Noch Platz vor dem Mast der FRYDERYK CHOPIN
Heute lädt einer der schönsten Großsegler Polens, die Brigg FRYDERYK CHOPIN, zu einer Tagesfahrt vom Stadthafen in das Seegebiet vor Warnemünde ein: Abfahrt 11 Uhr, Rückkehr 17 Uhr. Auch für den kommenden Sonntag (13.8.) gibt es an Bord des schnellen Windjammers, der erhebliche 1200 Quadratmeter Segelfläche an die Masten bringt und schön wie ein Klavierkonzert des großen Komponisten ist, noch freie Plätze für die Ausfahrt von 10 bis 17 Uhr. Ebenso lädt für den Sonntag die russische Fregatte SHTANDART, ein originalgetreuer Nachbau des Flaggschiffes von Zar Peter I., zur Ausfahrt ein. Anmeldungenbei der Buchungszentrale unter Telefon (0381) 208 52-26/-61 oder 0162-458 777 2.

Schiffe und Kirchen nach Noten – eine Stadt spielt Musik
Heute wird um 23 Uhr Oberbürgermeister Roland Methling auf der Hanse-Sail-Bühne im Stadthafen die erste Rostocker Hafensinfonie einzählen. Tonnenschwere Instrumente groß wie Hochhäuser werden dann in luftiger Höhe zum Klingen gebracht. Das führt zu einem gemeinsamen interessanten Spiel mit Nebelhörnern auf Segelschiffen und Klangkörpern auf einem Kanonenboot der Marine. Das Orchester – eine ganze Stadt. Die Bühne – der Stadthafen. Sieben Schiffe und zehn Kirchenglocken richten sich zur Hanse Sail nach Noten des Komponisten Wolfgang Schmiedt. Über 60 junge Musiker werden mitwirken. Ein Tuten und Läuten, das sich fein abgestimmt und physikalisch ausgerichtet auf der Haedge-Halbinsel zu einer Sinfonie findet.
Lauschen ist angesagt, denn alle anderen Schiffe und Schausteller müssen schweigen, damit das Musikereignis seine volle Wirkung entfalten kann. Wer nicht nur hören, sondern die gesamte Sinfonie visuell verfolgen will, der kann das auf der großen LED-Wand an der NDR-Bühne tun.

Der „Piratenfluss“ an der Warnow
„Wir bringen in einer Stunde ca. 900 Passagiere auf unseren ‚Piratenfluss’“, sagt Schausteller August Schneider (42) aus Münster (Westfalen), ohne auch nur mit einem Blick seine acht Leute aus den Augen zu lassen, die mit schwerer Krantechnik die Wildwasserbahn im Stadthafen aufbauen. 150 Tonnen Ausrüstung schweben von Trucks und Packwagen: Zehn Baumstamm-Boote, lebensgroße Piratenfiguren; von den Freibeutern ist einer der „Grüßaugust“ mit Synchron-Stimme am Eingangsportal des nassen Fahrvergnügens, das auf der Mitte des Stadthafens die Besucher mit platschenden Bugwellen und vergnügten Jauchzern der Fahrgäste anzieht wie ein Magnetfeld. 120.000 Liter aus dem Hafen-Hydranten sind den „Gondeln“ der in Frankreich gebauten Bahn das Wasserbett. August Schneider nimmt persönlich die „leichte Spritzerdusche“ auf sich, bevor sein “Piratenfluss“ in Wallung kommt. Vor dem Start in ein großes Volksfest macht täglich jeder Schausteller die Probefahrt zur Chefsache – das hat beim „fahrenden Volk“ Tradition.

Unsere Hanse-Sail-Serie (1)
Island: Von den Wikingern bis zur UNO-Mitgliedschaft
Irisch-schottische Mönche sollen Island besiedelt haben. Das liegt nun schon 1200 Jahre zurück. Später kamen die Wikinger. Seit dem Jahr Tausend ist Island christlich. So hatte es der knapp 70 Jahre davor gegründete Althing (wohl eine der ältesten "Volksvertretungen Europas") verfügt. Islands Parlament trägt diesen Namen noch heute. Es wird, wie auch der Staatspräsident, alle vier Jahre vom Volke gewählt.
Dagegen ist die "Macht" recht wechselvoll verlaufen. Um 1250 auf Althing-Beschluss - Anschluss an Norwegen. 300 Jahre später unterwarfen die Dänen das Land. 1944 lösten die Isländer die Union mit Dänemark durch Volksabstimmung. Das Land gab sich eine neue Verfassung. Schon 1874 hatte der Dänenkönig den Nordländern durch eine Verfassung gewisse Autonomie zugebilligt. Island war mit dem Jahr 1918 bis 1944 faktisch auch Königreich. Heute ist Island Mitglied der UNO wie auch der NATO.

Vorschau für Donnerstag, 10. August 2006
Die 16. Hanse Sail Rostock wird um 17.30 Uhr offiziell auf der Hanse-Sail-Bühne im Stadthafen (Haedge-Halbinsel) eröffnet. Von 21 bis 23 Uhr findet dann das Galakonzert der Bundeswehr-BigBand statt. Als renommiertes Orchester spielt es in klassischer Besetzung im Glenn-Miller-Sound Titel von Gloria Estephan bis Robbie Williams. Zuvor ist die Hanse-Sail-Bühne von 12 Uhr an Treffpunkt der Shantychöre, u.a. mit dem Shantychor Oldenburg e.V., Shantychor „Kieler Förde“ und Marinechor Ostsee Kiel.
Die Bühne am Leuchtturm von Warnemünde bietet ab 15 Uhr Schlager und internationale Hits mit Theo & Corinna, anschließend sorgen die Warnemünder „Seagulls“ (19 - 19.30 Uhr) und die beliebte Warnemünder Folksgruppe „Irish Coffee“ für Stimmung.

Das Wetter
Nach dem Jahrhundertsommer sorgt gerade zur Eröffnung der 16. Hanse Sail eine Tiefdruckrinne aus Polen für regnerisches Wetter. Ab und an werden die Gäste der Sail einen Regenschirm brauchen. Auf jeden Fall am heutigen Tag. Aber es gibt auch ein Hochkeil aus der Normandie ... Hoffnung für das Wochenende?