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Bulletin 4 - 13. August 2007

Oberbürgermeister Roland Methling: Alle leisteten Großartiges
„Die 17. Hanse Sail Rostock ist heute schon wieder Geschichte. Crews aus 14 Nationen sowie Besucher aus dem In- und Ausland haben die herzliche Gastfreundschaft der Rostockerinnen und Rostocker gespürt. Sie haben aber auch alle Kapriolen kennen gelernt, die der Wettergott für unsere Breiten parat hat. Unter diesen oft komplizieren Bedingungen haben Kapitäne, Mannschaften und Organisatoren ganz besondere Herausforderungen gemeistert, um den Sail-Fans unvergessliche Tage zu bereiten. Ich möchte dafür heute meinen herzlichsten Dank aussprechen, in den ich auch die Sponsoren und Förderer der Sail einbeziehe. Wir haben bereits die Zusage vieler Schiffe, an der 18. Hanse Sail Rostock 2008 vom 7. bis 10. August teilzunehmen. Alle Freunde unseres maritimen Festes sind herzlich eingeladen, auch 2008 Kurs auf Rostock zu nehmen.“

Sail-Chef Holger Bellgardt: Sail hat an Internationalität gewonnen
„Die Hanse Sail 2007 war eine logistische Herausforderung zu Wasser, zu Lande und in der Luft“, resümiert Holger Bellgardt. „Ich bin den Hunderten ehrenamtlichen Helfern, den beteiligten Unternehmen und auch meinem Team unendlich dankbar für ihren großen Einsatz unter oft schwierigen Bedingungen.“ Die Hanse Sail habe an Internationalität zugelegt, schätzt er ein. Dies dokumentierten  u.a. die Schiffe aus 14 Ländern und die hochkarätige internationale Gästeliste der Hansestadt Rostock. „Daran wollen wir 2008 anknüpfen. Wir werden die gewonnenen Kontakte sorgsam pflegen und uns auch um die Teilnahme weiterer Marine-Schulschiffe bemühen. Mit ihnen gemeinsam könnten wir dann 2008 auch das 50. Jubiläum der „Gorch Fock“, des Schulschiffes der Deutschen Marine, feiern“, blickt der 46-Jährige voraus.

Nebel und Regen, Sturm und Wind erwiesen sich als Umsatzbremse
Für die Umsätze der Marktmeilen im Stadthafen und auf der Warnemünder Promenade erwies sich das Wetter zur Hanse Sail 2007 alles andere als günstig. Dabei gab der sonnige Eröffnungstag der Hanse Sail auch geschäftlich zu den schönsten Hoffnungen Anlass. Ab Freitag setzten Regen und Nebel auch den 500 Händlern und Schaustellern vom „fahrenden Volk“ erheblich zu. Nach Einschätzung des Geschäftsführers der Großmarkt Rostock GmbH Jörg Vogt war der Sonnabend auch wegen des Feuerwerks und der exquisiten Show-Programme auf den Bühnen der stärkste Besuchertag, während der verregnete Sonntagvormittag nur wenige Besucher anzog.

„Nach der Sail ist vor der Sail!“
Trotz aller Anstrengungen und wenig Schlaf für Organisatoren, Partner und Helfer der 17. Hanse Sail, stellt sich am letzten Tag des großen maritimen Festes Wehmut ein. Sie hält nicht lange an, denn die 18. Auflage vom 7. bis 10. August 2008 ruft und die Vorbereitungen sind schon im Gange. Einige Programmpunkte stehen bereits fest. So wird Lettland das Partnerland der Sail sein und das Schulschiff der Deutschen Marine, die „Gorch Fock“, wieder zur Hanse Sail kommen. Um andere Schiffe, die noch nicht in Rostock waren, wird heftig geworben. So auch um die schwedische Brigg „Trekroner“ und vor allem um die attraktive Replik des Ostindienfahrers „Götheborg“. Sehr erfreulich ist die Nachricht von Laila Nordfors aus dem schwedischen Gävle: „Wir möchten 2008 Mitglied im Baltic Sail Verbund  sein!“

Marine zieht positive Bilanz
Die Deutsche Marine zieht eine stolze Bilanz der diesjährigen Hanse Sail. Fast 30.000 Sail-Gäste besuchten während der vier „tollen Tage“ in Rostock Schiffe, Boote und Einrichtungen der Marine. Über 15.000 Besucher nutzten die Einladung der am Passagierkai in Warnemünde liegenden Fregatte „Hamburg“ zum Open Ship. Zu drei Tagen des „Offenen Stützpunkts“ im Marinestützpunkt Hohe Düne kamen trotz zeitweise schlechten Wetters knapp 10.000 Besucher. Dort präsentierten sich weitere Teilstreitkräfte der Bundeswehr und die Wehrverwaltung. Auch das im Stadthafen liegende Schnellboot „S 73 Hermelin“ erfreute sich eines regen Zuspruchs. So kamen 3200  Besucher an Bord, um sich über das Schiff und seine Besatzung zu informieren. „All dies zeigt das ungebrochene Interesse der Öffentlichkeit an der Marine und am blauen Tuch“, so Konteradmiral Ulrich Otto, Amtschef des Rostocker Marineamts.

Wasserflugzeuge gingen Sonntag wieder in die Luft
Schon am Freitag und Sonnabend hatten die vier Cessnas und eine Haveland Beaver, darunter das größte einmotorige Wasserflugzeug der Welt Cessna 208 Caravan, einen Wetter bedingten Ruhetag eingelegt. Überraschend viele Hanse-Sail-Besucher schauten sich dennoch beim Seefliegertreffen in Rostock-Marienehe um. Viele nahmen die fünf Wasserflugzeuge aus Schweden, den Niederlanden und Deutschland in Augenschein oder verfolgten die Vorführungen der Modellflugzeuge. Zu den begeisterten Seeflugpassagieren am ersten Hanse-Sail-Tag gehörte auch die Geschäftsführerin des Flughafens Rostock-Laage, Maria Anna Muller. Als Wasserflugpilotin mit gültigem Flugschein durfte sie in der holländischen Maschine sogar selbst die Steuerknüppel bedienen.

Bis zum letzten Tag begehrt: Segeltörns auf die Ostsee
Auch Kurzentschlossene fanden gestern für einen Segeltörn auf die Ostsee noch die letzte Gelegenheit, um Hanse-Sail-Segelluft zu schnuppern. Liebhaber schöner Schiffe heuerten auf so stolzen Traditionsseglern an wie dem Dreimast-Toppsegelschoner „Swaensborgh“, der Tjalk „De Albertha“ aus den Niederlanden oder der polnischen Brigg „Fryderyk Chopin“. Etwa 14.000 Plätze für Tages- und Abendfahrten hatte die Tall-Ship Buchungszentrale des Hanse Sail Vereins an den Mann oder die Frau gebracht. Im Vergleich zu den Vorjahren buchten viele Sail-Besucher ihren Törn ganz kurzfristig. Rund 80 Firmen schipperten mit Kunden oder Mitarbeitern auf See.

Segelstadion voll besetzt
Aus Polen kommt der Sieger des erstmalig in Deutschland ausgetragenen Match-Race im „Skippie 650“. Die Crew von Artur Pomorsky verwies in einem heißen Finalrennen am Sonnabend-Nachmittag Ingo Köhn und Crew aus Groß Treppow auf die Ränge. „Schade, es war ganz schön knapp“, bedauerte Köhn. Parallel waren die Wettfahrten um den Titel „NDR-Segeltalent 2007“ gestartet. 23 Kinder zwischen neun und 14 Jahren zeigten vor den Augen zahlreicher Zuschauer und unter fachkundiger Kommentierung durch das Moderatorenduo Matthias Bohn und Tornadosegler Gunnar Struckmann ihr Talent auf dem Wasser. Es siegten die Hamburgerin Charlotte Oberg und der amtierende Deutsche Meister im Optimist, Malte Winkel aus Schwerin.

Polens Farben dominierten das 5. Fußballturnier um den Hanse-Sail-Cup
Beim 5. Rostocker Pilsner Hanse-Sail-Cup trumpften die Mannen der „Kublai’s Kahn II“ nicht nur mit Kampfkraft und Spielwitz auf, sondern auch mit weiblichem Charme. „Vier Damen dribbelten, flankten und schossen, dass es eine Freude war“, sagte Turnierleiter Gerhard Wendt. Zum Sieg und zum Pokal des Hanse-Sail-Büros reichte es leider nicht. Es war nicht ihr Tag, aber der Tag der polnischen Fußballer. Sie entführten den Pokal mit dem Team des Schulschiffes „Iskra“ nach Polen. Mit 4:0 schossen sie ihre Landsleute von der 1. Mannschaft der „Dar Mlodziezy“ auf Platz 2. Bei weitem nicht so überlegen gestaltete sich das Spiel um Platz 3: Unter den frenetischen Anfeuerungsrufen „Polski!“ und „Mexiko!“ wehrte sich die Mannschaft der mexikanischen „Cuauhtémoc“ anfänglich recht geschickt gegen die stürmischen Angreifer der 2. Mannschaft der „Dar Mlodziezy“. Schließlich unterlagen die Kicker aus Mexiko dann doch 0:2, so dass vom Ergebnis das Turnier 2007 eindeutig polnisch dominiert wurde.

Polnische Gäste gewinnen Marinekutterrennen
Trotz schlechter Sicht und starker Regenschauer wurde das Rennen der Marinekutter im Marinestützpunkt Hohe Düne ein voller Erfolg. Die Mannschaft des polnischen Segelschulschiffes „Iskra“ aus Gdynia siegte und gewann damit den vom Rotary Club Heiligendamm gestiftete Wanderpreis. Der Amtschef des Marineamts Konteradmiral Ulrich Otto nahm die Auszeichnung vor. Die Rostocker Polizei belegte den zweiten Platz, gefolgt von der Mannschaft des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie und dem Marineamt. Lob und Anerkennung verdiente insbesondere die Touristenmannschaft, die erst kurz vor dem Rennen spontan zusammenfand. Nicht unerwähnt bleiben sollten die Mannschaften der mexikanischen Marine, der Agentur für Arbeit Rostock und der Fregatte „Hamburg“, die zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen haben.

"Ride Like The Wind“ – das große Hanse-Sail-Konzert 
Das Wetter  war schlecht, doch mit über 800 zahlenden Gästen war der Besuch gut: Das große Hanse-Sail-Konzert „Ride Like The Wind“ im IGA Park wurde zu einem vollen Erfolg. „Fantastisch“ oder „atemberaubend“, so die Reaktionen des begeisterten Publikums. Ein Männerchor, der a capella den Dirty Dancing Titelsong „The Time of my Live“ intonierte und ein kleines Mädchen, dass trotz Magenverstimmung auf der Geige brillierte, gehörten zu den Publikumsmagneten. Aber auch das Symphonic Pop Orchestra, die Sänger, die Tänzer und die Lichtshow überwältigten das Publikum.

Buchungszentrale behielt trotz stürmischer Kapriolen den Überblick
Mitsegler waren ungehalten. Der russische Großsegler „Sedov“ – von vielen als Ausfahrterlebnis ausgesucht – konnte die Hanse Sail nicht pünktlich erreichen und war erst am Sonnabend, kurz vor Mittagnacht, im Stadthafen. Mandy Schultz, Chefin der Buchungszentrale und ihre Mitarbeiter leisteten ganze Arbeit. Sie buchten um, nahmen Stornierungen entgegen usw. Die meisten Bucher gingen aber beruhigt und zeigten Verständnis für die unangenehme Situation. „Die Crew der "Sedov" nahm nach kurzer Ruhe um 9.30 Uhr ihre Mitsegler auf und boten ihnen das erhoffte Segelabenteuer“, sagte Mandy Schultz freundlich, nur konnte man ihr ansehen, dass die Umbuchungen von 220 Plätzen am Donnerstag und nochmals am Freitag viel Kraft gekostet hatten.

Sachsen beherrschen die Bobbahnstrecke
Christian Tegel und Andreas Zschoke vom SC Oberbärenburg haben lange warten müssen, bis die Bestzeit von 4:51 Sekunden des Sachsenteams Kraft/Wuckelitzsch gebrochen wurde. Nach 66 Läufen haben die Schwaben Eric Kapp und Daniel Zedleitner 3:04 Sekunden geschafft. Noch überzeugender dann wieder ein Sachsenpaar: Philipp Eisermann und Maik Müller. Im Lauf Nummer 82 legten sie die 25-Meter-Strecke in sage und schreibe 2:99 Sekunden zurück!! Auch an der steilen Wand des „Allround Events Dennis Dykman“ dominierten die Sachsen: Silvia Hofmann und Jens Ilgen aus Kreischa erkletterten sich mit Picke, Seil und in Steigstiefeln eine Reise nach Oberwiesenthal. „Mit meiner Lebensgefährtin Silvia steige ich manchmal ins Elbsandsteingebirge. Aber ohne jede spezielle Ausrüstung. Im Klettern an steilen Wänden sind wir reine Amateure, umso überraschender, dass wir unsere Sail-Stippvisite noch mit einem solchen Preis krönen können“, meinte Jens Ilgen.

Regatta versank im Nebel
Er gab sein letztes weißes Hemd, doch es hat nichts genützt. Pasi Hietanen, Kapitän des finnischen Dreimast-Gaffelschoners „Linden“ musste unverrichteter Dinge umkehren. Zu dichter Nebel und zu schwacher Wind machten die Austragung der 14. Auflage der Traditionsseglerregatta im Rahmen der Hanse Sail vor Warnemünde unmöglich. „Schade, denn die Teilnahme an der Hanse-Sail-Regatta ist ein absoluter Höhepunkt für mich und meine Crew und schon etwas ganz Besonderes. Wettfahrten unter Traditionsseglern finden nicht sehr häufig statt“, bedauerte der 46-Jährige. 28 Traditionssegler hatten sich bei Wettfahrtleiter Dr. Dieter Goldschmidt angemeldet, um die neun Seemeilen Richtung Heiligendamm zu absolvieren. Darunter auch die Siegerin aus dem Vorjahr, die schwedische Brigantine „Baltic Beauty“ und die mehrfache Gewinnerin aus Greifswald, Schonerbrigg „Greif“. Kleiner Trost für alle Traditionsseglerkapitäne: Die 18. Hanse Sail kommt bestimmt. Vielleicht scheint dann vom 7. bis 10. August 2008 auch die Sonne.

Schiffe sind nach wie vor im Vordergrund
Wer glaubt, bei den Gästen der Hanse Sail rückten Bratwurst und Bier, Jux und Dallerei, Jahrmarkt und Fahrgeschäft immer mehr in den Vordergrund, der wird schnell eines Besseren belehrt. „Wir sind nur wegen der Schiffe hier, das Programm drum herum interessiert uns nicht.“ So drastisch wie Familie Meier sehen es nicht alle Besucher auf der maritimen Veranstaltung. Aber auch Karin Seiffert und ihr Lebensgefährte sind vorrangig wegen der Windjammer aus Thüringen angereist. „Wir lassen uns treiben. Ob wir an einer Bühne anhalten, entscheiden wir spontan.“ Ulf Gröning aus Rostock hingegen ist bewusst zum Konzert von „Revolverheld“ gekommen. „Wegen der Lütten“, begründet er. „Ganz gut gefallen“ hat dann auch ihm das Konzert. Das Ehepaar Raddatz aus Berlin hat am Samstag an der Salsa-Bühne getanzt. „Wir lieben es zu tanzen, deshalb war dieser Besuch Pflicht.“ Der Hamburger Sebastian Schultz hat sich kurzfristig dazu entschieden, das Konzert im IGA Park zu besuchen und war mehr als begeistert. „Das Konzert war der absolute Wahnsinn“, erzählt er. Die Mehrheit der Sail-Gäste bevorzugt Ausgewogenheit: Schiffe vor allem, aber auch Unterhaltung und Event-Besuche.

Schnell unterwegs
Reibungslose Transporte zur Versorgung der Schiffe, schnelle Transfers für Gäste und Crews sind während der Sail echte Herausforderungen. Dankbar wurde daher z.B. das Angebot der Fa. Mercedes angenommen, die Einrichtung einer speziellen Busspur zwischen Rostock und Warnemünde zu finanzieren. Firmen wie das Autohaus Goldbach mit der Marke Subaru oder Honda Motor Europe unterstützten großzügig den Fuhrpark des Büros Hanse Sail. Natürlich freuen sich auch die, die diese schönen Wagen fahren dürfen. So ist z.B. Anton Matthes aus Görlitz in seinem Urlaub Fahrer des Honda-Shuttles und davon begeistert, dass er vom Kapitän bis zum Fotografen interessante Leute aus vielen Ländern fahren darf.

Unsere Sail-Serie 4
Lettland ist Hanse-Sail-Partner 2008

2008 ist Lettland Partnerland der Hanse Sail Rostock, da es dann den Vorsitz im Ostseerat innehat. Im gleichen Jahr besteht Lettland 90 Jahre und die Hauptstadt Riga begeht ihren 810. Geburtstag. Im Jahre 2004 trat das 64.589 km² große Land, das damit etwas kleiner ist als Bayern, der NATO und der Europäischen Union bei. Riga bildet in dem zum größten Teil bewaldeten Moränen-Hügelland auch in geografischer Hinsicht das Zentrum des dünn besiedelten Landes. Der größte Teil Lettlands unterteilt sich in Naturschutzparks, Naturreservate, Flüsse, Seen, große Wälder und nicht zu letzt in die lange Küstenebene; das macht es für Naturliebhaber zum Geheimtipp. Insgesamt zählt Lettland 2,4 Millionen Einwohner. Bekannt ist die lettische Kultur für Folklore und Volksmusik.

Wetter
Das Tief Leander zeigte sich ausgerechnet am Wochenende als Starkregen-Zauberer, der sich auch mit Sturmböen auskannte und den Hanse-Sail-Gästen manchen Schauer über den Rücken jagte. Wundervoll war es jedoch, wie fabelhaft die Sail-Verantwortlichen, -Helfer, -Mitstreiter und -Gäste damit umgegangen sind. Beste Stimmung allenthalben! Dafür werden sie am heutigen Montag mit Auflockerungen bei 22 Grad, leichtem Wind und zeitweiligem Sonnenschein belohnt. Es bleibt sogar trocken.