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Bulletin 1 - 7. August 2008

Grußworte von Dr. Harald Ringstorff und Roland Methling
Der Ministerpräsident des Landes Mecklenburg-Vorpommern Dr. Harald Ringstorff, zugleich auch Schirmherr der 18. Hanse Sail Rostock, sendet traditionell auch zum diesjährigen Auftakt ein herzliches Grußwort: "Knapp 230 Groß- und Traditionssegler sowie Traditionsschiffe beeindrucken mit ihrer Vielfalt. Hier bekommen die Besucher Antikes und Topmodernes aus nah und fern zu sehen. Internationalität und eine durch die Luft schwirrende Sprachenvielfalt sind weitere Markenzeichen des Seglertreffens. Die Sail ist ein maritimes Fest der Superlative und ein Markenzeichen für Mecklenburg-Vorpommern."
"Die Hanse Sail ist mittlerweile nicht nur das weltweit größte, alljährlich stattfindende Traditionsseglertreffen. Sie ist auch Motor der Entwicklung der maritimen Verbundwirtschaft in unserer Stadt und in ganz Mecklenburg-Vorpommern“, so Roland Methling, Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock. „Freuen wir uns auf Seefahrerromantik und Traditionspflege an den Kaimauern des Stadthafens, in Warnemünde und auf See. Viele Menschen tragen durch ihr ehrenamtliches Engagement dazu bei, dass die Hanse Sail auch in diesem Jahr der Höhepunkt des Sommers ist. Dafür schon jetzt ein großes Dankeschön!"

Internationales Teilnehmerfeld zeugt von Rostocks großer Anziehungskraft
Die faszinierendsten Bilder von jeder Hanse Sail brennen sich dem Betrachter von den einlaufenden Schiffen im Hafenkanal von Warnemünde ein. Weiße Segel drängen sich die Warnow entlang flussaufwärts und bilden zusammen mit der beeindruckenden Silhouette der Hansestadt Rostock ein malerisches Bild. An den Kaikanten des Rostocker Stadthafens kommen sich die rund 230 Teilnehmerschiffe besonders nahe. Im Dreier- und Viererpack warten die Schiffsbesatzungen auf ihre Gäste. Einzelliegeplätze sind den großen Schiffen in Warnemünde vorbehalten, so der russischen Viermast-Bark "Kruzenshtern“ (113,5 m lang), dem polnischen Vollschiff „Dar Mlodziezy“ (108,60 m), dem deutschen Marineschulschiff „Gorch Fock“ (88,32 m) und dem rumänischen Segelschulschiff „Mircea“ (82 m). Die „Mircea“ wird neben dem holländischen Clipper „Stad Amsterdam“ erstmals die Hansestadt Rostock anlaufen. Schaulustige können die ersten Fotos von der „Stad Amsterdam“ bereits am Mittwoch am Pier 8, Poller 8-10 in Warnemünde machen. Die „Mircea“ wird am Donnerstag ab 9.00 Uhr ebenfalls am Pier 8, Poller 14-18 erwartet.

Schonerbrigg „Greif“ kam als erstes Schiff aus Karlskrona
Als das erste Schiff aus dem südschwedischen Karlskrona machte am 6. August kurz nach 9.00 Uhr die Schonerbrigg „Greif“ im Rostocker Stadthafen fest. Sie ist das erste der elf Traditionssegelschiffe, die sich für die Hiortenregatta von Karlskrona nach Rostock angemeldet hatten. Auch der russische Zweimast-Schoner „Yunyi Baltiest“ und die niederländische Dreimast-Bark „Artemis“ waren in Karlskrona am vergangenen Sonntag, dem 3. August, gestartet und hatten gestern in den Nachmittagsstunden in Rostock festgemacht. Doch Sturm mit Böen bis Windstärke 10 hatte die Wettfahrt unmöglich gemacht, so dass die Hiorten-Regatta nicht gewertet werden kann. Noch am Dienstag lagen die Schiffe in deutschen, dänischen oder schwedischen Häfen, um auf besseres Segelwetter zu warten. Alle Teilnehmer werden einen Anerkennungspreis erhalten, der vom Büro Hanse Sail und dem schwedischen Karlskrona gestiftet wird, der sich nach der Segelfläche der Traditionssegler richtet.

Seemannsgarn beim Barbecue in Heiligendamm
Das Büro Hanse Sail hat seine Wette verloren. Nur 16 Kapitäne waren gestern der Einladung zum Segeltörn nach Heiligendamm gefolgt. Aus Anlass der 18. Hanse Sail Rostock sollten 18 Kapitäne mit Kapitänspatenten für große Fahrt auf der niederländischen Brigg „Aphrodite“ in Deutschlands ältestes deutsches Seebad segeln. Höhepunkt dieser Ausfahrt war das gemeinsame Kapitänsmittagessen im Kempinski Grand Hotel und ein Rundgang durch die klassizistische Hotelanlage, in der 2008 die Staatsoberhäupter der Welt zu Gast waren. Die PR-Managerin des Hotels Kirsten Brasche-Salinger freut sich über die „echten Seebären, die beim Barbecue-Büfett auch jede Menge Seemannsgarn gesponnen haben“. Am Nachmittag ging auch der geschäftsführende Direktor des Kempinski Grand Hotels Martin H. Kolb an Bord der „Aphrodite“ auf die Rücktour nach Rostock. Auch der bekannte deutsche Serienschauspieler Christian Wolff gehörte zu den Gästen des Segeltörns über die Ostsee.

Sportliches aus dem Segelstadion
Im Segelstadion an der Silohalbinsel im Rostocker Stadthafen präsentieren die Initiatoren von der Rostocker Wassersportschule nun schon zum 4. Mal sportliche Unterhaltung für die an Land gebliebenen Sail-Besucher. Sportlicher Höhepunkt ist das am Freitag und Samstag von der OstseeSparkasse Rostock präsentierte internationale ISAF-Grade-4-Matchrace mit dem Bootstyp Skippi 650. Der Weltseglerverband ISAF vergibt bei den Finalläufen am Samstag sogar Weltcup-Punkte. Als Partner des diesjährigen Segelstadions initiiert die OSPA am Samstag um 17.00 Uhr erstmals ein Prominenten-Race. Vier erfolgreiche Segler aus Rostock, jeweils zwei auf zwei Booten, werden von den ehemaligen Hansaspielern Juri Schlünz und Hilmar Weilandt unterstützt. Der NDR sucht am Wochenende wieder den besten Nachwuchs-Segler der fünf norddeutschen Bundesländer. Das Segelstadion bietet auch Sport ohne Segel. Am Donnerstag um 14.00 Uhr beginnt die große Wasserski-Show. Ab 22.00 Uhr verzaubern Wasserski-Läufer die Besucher mit bunten Leuchtkostümen und auf dem Rücken installierter Pyrotechnik. Das „Über Bord Gehen“ von der Hansekogge „Lisa von Lübeck“ zelebrieren Wasserspringer am Eröffnungstag ab 18.00 Uhr. Zum sportlichen Finale am Sonntag starten zwei Hanse-Sail-Achter zu einer kraftvollen Ruderregatta.

„Komm auf die Schaukel Luise …“
Heute um 10.00 Uhr ist Sail-Start: Schausteller und Markthändler auf den Bummelmeilen im Stadthafen, in Warnemünde und beim 8. Seefliegertreffen im Fracht- und Fischereihafen Marienehe sind auf allen Stationen dienstbereit. Mit insgesamt rund 500 Marktständen und Fahrgeschäften ist für die vier tollen Tage Rostocks eine kleine Hütten- Zelt- und Wagenstadt an der Wasserkante präsent. Der Markt zur Hanse Sail 2008 übertrifft in der Ausdehnung und Besetzung alle Vergnügungsmeilen, die es seit der Windjammer-Premiere 1991 in Rostock gegeben hat: rund drei Kilometer sind es im Stadthafen, 1,5 Kilometer in Warnemünde. Für ca. 2500 Frauen und Männer ist der Sail-Markt der Arbeitsplatz. Großschausteller aus Lippstadt, Hannover, Nordrhein-Westfalen und Berlin sind mit „Pirates Adventure“, der Achterbahn „High Explosiv“ oder Riesenrädern vertreten. Die städtische Gesellschaft Großmarkt Rostock GmbH hat erneut die Regie der Gesamtorganisation.

Hanse-Sail-Mitarbeiter in der Buchungszentrale werden zu wahren Quasselstrippen
Die Telefone stehen nicht still. Die Mitarbeiter der Buchungszentrale werden zu wahren Quasselstrippen. Denn Interessenten, die unter Segel aufs Wasser wollen, klingeln unentwegt an. Die über 80 Schiffe für das Mitsegeln sind gefragt wie eh und je. Großes Gedränge herrscht bei den Touren mit preisgünstigen Familienpreisen oder Ermäßigungen für Studenten und Senioren. So hat der Dreimast-Schoner „Ingo“ für den heutigen Donnerstag 149 € für zwei Erwachsene und zwei Kinder ausgepreist. Studenten zahlen 49 € und Senioren 54 €. Für das Mitsegeln stehen unter anderem noch Plätze auf der Galeasse „Helene“, auf dem Zweimast-Schoner „Kvartsita“, auf der Hansekogge „Roland von Bremen“, der Gaffelketsch „Saelöer“, dem Clipper „Stad Amsterdam“, der Kogge „Tvekamp Av Elbogen“ zur Verfügung. Genaueres ist bei Mandy Schulz, Leiterin der Buchungszentrale, zu erfahren.

Vorschau für Freitag, den 8. August
Am Freitag beginnen die Tage des offenen Stützpunktes Hohe Düne mit den Schiffen der Deutschen Marine. Auch ist der Freitag der große Open-Ship-Tag. Nicht nur die Deutsche Marine steht mit ihrem Großsegler „Gorch Fock“ in Warnemünde und dem Schnellboot „Zobel“ im Stadthafen jeweils ab 10.00 Uhr für Interessenten offen, sondern auch der Dampfeisbrecher „Stettin“, das Feuerschiff „Fehmarnbelt“ oder die Kufftjalk „Jan Huygen“ und der Seenotrettungskreuzer „Arkona“, nachdem die Besatzung in einer Seenotrettungsübung dem Publikum ihre Leistungsstärke vor Augen geführt hat. Im Stadthafen locken die Erlebnismeile mit Markt und vielen Schaustellern, die NDR- und die Antenne-MV-Bühne bieten ihr Programm, das Partnerland Lettland stellt sich vor, die HansePHIL setzt ihre Tauschbörse fort und nach Warnemünde zieht es zur bunten Unterhaltungsmeile.

Böller aus sieben Kanonen zur Eröffnung der 18. Hanse Sail
Wenn drei Waffentaucher der Marine mit den Flaggen Deutschlands, der Hanse Sail und des Sail-Partnerlandes Lettland im Warnowwasser des Rostocker Stadthafens landen, nimmt die Eröffnung zur 18. Hanse Sail Rostock ihren Lauf. Gegen 17.00 Uhr beginnt auf der Hanse-Sail-Bühne im Stadthafen unweit der Kranbrücke die feierliche Zeremonie. Mit Brot und Salz werden Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Dr. Harald Ringstorff als Schirmherr und weitere Ehrengäste empfangen, darunter der Presseattaché der lettischen Botschaft in Deutschland Dace Veidmane und Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling. Mit dem Läuten der Schiffsglocke und genau sieben Schüssen historischer Kanonen wird Rostocks großes maritimes Fest ganz traditionell eröffnet.

Empfang der Kapitäne und Schiffsingenieure
Zur Tradition gehören die beiden Empfänge von Kapitänen und Schiffsingenieuren anlässlich des Eröffnungstages der Hanse Sail. Nachdem sich im vergangen Jahr die Kapitäne erstmals auf dem Hochseefrachter „Frieden“ trafen und in Anwesenheit der Honoratioren von Stadt und Land einen angenehmen Abend verbrachten, findet der maritime Empfang 2008 wieder im IGA Park statt, während sich die Ingenieure erneut im Rostocker Braukeller zusammenfinden. Erwartet werden auf dem Hochseefrachter nahezu 250 Kapitäne und Piloten und im Braukeller über 200 Ingenieure.

Internationalität am laufenden Meter
Von Rostock nach Lettland ist es nur ein kleiner Schritt. Direkt am Museumshafen hat das Partnerland der Hanse Sail 2008 auf rund 400 Quadratmetern sein „Dorf“ errichtet. Täglich ab 10.00 Uhr präsentiert hier das Herz des Baltikums seine Kultur und traditionelle Lebensweise. Keramiker, Schmiede, Täschner und Weber laden dazu ein, ihnen bei der Herstellung ihres Kunsthandwerks über die Schulter zu schauen. Nebenan werden auf dem polnischen Markt Schmuck und kulinarische Köstlichkeiten feilgeboten. Wiederum nur einige Meter weiter fordert die Internationale Infostrecke zum Länder-Lauf auf. An 21 Buden können schrittweise die touristischen Highlights und landestypischen Produkte der Ostsee-Anrainerstaaten Schweden, Finnland, Litauen, Russland, Polen und Deutschland erkundet werden.

Gedenkmünze und Sonderbriefmarke zum 50. Geburtstag der „Gorch Fock“
50 Jahre „Gorch Fock“! Das Segelschulschiff der Deutschen Marine feiert ein großes Jubiläum. Aus diesem Anlass gibt das Bundesministerium der Finanzen eine 10-Euro-Gedenkprägung und eine Sonderbriefmarke heraus. Münze und Marke werden heute um 11.00 Uhr erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Präsentation erfolgt durch den Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, Werner Gatzer. Schauplatz wird natürlich die „Gorch Fock“ sein, die am Passagierkai festgemacht hat. Unterstrichen wird der festliche Rahmen durch ein öffentliches Platzkonzert des Marinemusikkorps Ostsee, das ab 10.15 Uhr vor der „Gorch Fock“ stattfindet. Die Münze und die Sonderbriefmarke werden bei Filialen der Deutschen Bundesbank und der Post erhältlich sein. Beide zeigen das Bild der stolzen Bark, die 1958 in Dienst gestellt wurde und auf der seither über 14.000 Offizier- und Unteroffizieranwärter der Marine ausgebildet wurden.

Kostenfreies WLAN zur Hanse Sail 2008
Die Opennet Initiative e.V. Rostock ermöglicht allen Besuchern und Gästen der diesjährigen Hanse Sail im Stadthafen die Nutzung eines kostenfreien Internetzugangs. Unter dem Motto "Klare Luft, freie Netze" ist ein freies Funknetz aufgebaut. Der gemeinnützige Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, freie und offene Kommunikationsinfrastrukturen zu fördern. Dabei setzen die Vereinsmitglieder auf WLAN-Technik. Der Zugang wird durch die ehrenamtliche Arbeit vieler Mitstreiter und die Spende von Bandbreite lokaler Vereine und Unterstützer bereitgestellt. Um den freien Internetzugang nutzen zu können, muss sich mit dem als „Hafennetz“ bezeichneten Drahtlosnetzwerk unter Kanal 6 oder 11 verbunden werden.

Unsere Sail-Serie-1
Als die Letten am Wege von den Wikingern zu den Griechen lebten
Lettgallen, Kuren, Selen und Semgallen lebten am Weg von den Wikingern zu den Griechen, sagten Chronisten in alter Zeit über die Letten, die bereits um die 4000 Jahre an der Ostsee heimisch waren. Um 1200 kamen deutsche Kaufleute, Missionare und Kreuzritter ins Land. Bischof Albert von Bremen gründete 1201 Riga. Insbesondere Kaufleute trugen wesentlich dazu bei, dass die Stadt an der Daugava-Mündung wichtiges Mitglied der Hanse wurde. Seit Ende des 16. Jahrhunderts waren Deutsche, Polen, Litauer, Schweden und Russen die Herrscher des Landes. Als nach der russischen Oktober-Revolution Lettland staatliche Eigenständigkeit ausrief, wechselten Jahre des Aufschwungs und der Spannung einander ab. Über die deutsche Okkupation und die sowjetische Besetzung konnte am 4. Mai 1990 auf der Welle politischer Veränderungen in Europa der Prozess der Wiederherstellung staatlicher Unabhängigkeit eingeleitet werden. Heute ist Lettland Mitglied der Völkergemeinschaft der Europäischen Union.

Wetter
Den Hanse-Sail-Freunden saß der Schreck tief, als am Dienstag der Hanse Sail-Woche ein grausiger Wind wahre Regenschauer über Rostock jagte. Obgleich bereits der Mittwoch schon milder stimmte, blieb die Skepsis, aber eben auch die Hoffnung. Denn es soll sich zur heutigen Sail-Eröffnung die Sonne aufmachen, um gegen eine stärkere Schauerneigung anzukämpfen. Ob sie aber obsiegt, steht nicht so sehr in den Sternen als in den Regenwolken, die sich vom Westen her in den Nachmittag schummeln. Zur Sicherheit nimmt der passionierte Sail-Besucher doch einen Regenschirm mit. Aber auf Temperaturen um 20 Grad kann er sich zumindest verlassen.