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Bulletin 2 - 8. August 2008

Böllerschüsse im Sonnenschein:
Die 18. Hanse Sail Rostock ist eröffnet
Böllerschüsse aus historischen Kanonen unterstreichen die Eröffnung der 18. Hanse Sail Rostock. Zum zehnten Mal hat Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Dr. Harald Ringstorff Rostocks großes maritimes Fest eröffnet und blickt gern auf diese zehn Jahre zurück. „Das Treffen der Traditionssegler ist zu einem Motor für den Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern geworden und strahlt weit über die Region hinaus“, sagte Ringstorff als Schirmherr der 18. Hanse Sail. Die feierliche Zeremonie auf der Hanse-Sail-Bühne lockte bei strahlendem Sonnenschein zahlreiche Zuschauer an. Die lettische Band „Podzinas“ und lettische Trachtentänzer trugen zum gelungenen Auftakt bei.

Der 1. Nautiker Rostocks ist bei der Sail nicht „der Neue“.
Sturmerprobt und sailerfahren: Gisbert Ruhnke (57) ist seit fünf Wochen der neue Hafenkapitän Rostocks. Sieben Großveranstaltungen hat er als Hafenmeister und Stellvertreter des vormaligen Hafenkapitäns Stefan Rathmanner absolviert. Jetzt führt der gebürtige Vorpommer mit dem Hafen- und Seemannsamt eine Besatzung, die schon 17 Windjammertreffen gemeistert hat. Ruhnke hat Seefahrt in Rostock gelernt. Er war weltweit unterwegs, fuhr und studierte sich vom Vollmatrosen über den 3., 2. und 1. Offizier zum Kapitän auf große Fahrt hoch; selbst ein Maschinenpatent hat der zielstrebige und fleißige Nautiker abgelegt. Seine berufliche Entwicklung ließe sich so überschreiben: Ein „ewig Lernender“. Im Deutschen Nautischen Verein und bei der Deutschen Seemannsmission ist der Hafenkapitän ebenso engagiert, wie für die Aus- und Weiterbildung angehender Seeleute beziehungsweise gestandener Fahrensleute.

Sponsoren segeln auf dem Hanse-Sail-Neuling „Stad Amsterdam“
Mit dem eleganten Clipper „Stad Amsterdam” werden Partner, Sponsoren und Förderer der Hanse Sail heute auf die Ostsee hinausfahren. Das 3-Mast-Vollschiff mit weißen Segeln und dem schlanken, schwarzen Stahlrumpf ist neu in Rostock. Rund 100 Passagiere erleben ihre Seefahrt auf einem „alten“ Traditionssegelschiff des 19. Jahrhunderts und genießen den Komfort der Gegenwart. Mit an Bord sind neben Vertretern der Hanseatischen Brauerei Rostock auch die Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG und die OstseeSparkasse Rostock, die als Hauptsponsoren Rostocks Windjammertreffen maßgeblich unterstützen. Der Segeltörn ist auch ein Dank für eine Vielzahl kleinerer Unternehmen der Stadt und der Region vom Autohaus bis zum Supermarkt Vertrieb. Die „Stad Amsterdam“ gilt als sehr schneller Hochseesegler und ganzer Stolz niederländischer Traditionssegelschiffe. Nach historischem Vorbild war der Clipper von 1997 bis 2000 gebaut worden.
 
Unser Nachbarland Polen zu Gast in Rostock
Mit dem Vollschiff „Dar Mlodziezy“ (Warnemünde, Pier 8) und der Brigg „Fryderyk Chopin“ (Stadthafen, Liegeplatz 79) sind zwei besonders schöne Segelschiffe aus Polen zur 18. Hanse Sail nach Rostock gekommen. Beide Schiffe gehören zu den schnellsten Seglern der Welt und stammen vom Reißbrett des polnischen Konstrukteurs Zygmunt Choren. Aus Rostocks Partnerstadt Szczecin kommen erstmals Polizisten vom polnischen Wasserschutz. Der leitende Polizeidirektor der Wasserschutzpolizeidirektion Mecklenburg-Vorpommern Wolfgang Ewerdt wird die Gäste über die Aufgaben der Wasserschutzpolizei während des maritimen Großevents informieren. Die polnischen Polizisten wollen von den Erfahrungen ihrer deutschen Kollegen bei künftigen Segelveranstaltungen ihrer Heimatstadt profitieren. Land & Leute, Kultur & Kulinaria des Nachbarlandes sind täglich live auf dem polnischen Markt gegenüber dem Theater im Stadthafen zu erleben.

Zum fünften Mal trifft sich die Wirtschaft an Warnow und Ostsee
„Business meets Hanse Sail“ bereits zum fünften Mal. Der Wirtschaftstreff am Wasser zieht auch in diesem Jahr mehr als 300 Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft an und gilt als Treffpunkt der Entscheider im Nordosten Deutschlands. Auftakt ist heute der abendliche Empfang des Rostocker Oberbürgermeisters und der Gesellschaft für Wirtschafts- und Technologieförderung Rostock im gerade eröffneten Neptun Einkauf Center auf einem traditionsreichen Werftgelände. Der Samstag beginnt mit dem Sail Brunch in der Yachthafenresidenz Hohe Düne. Neben dem traumhaften Blick auf die Schiffe unter Segeln geben der Geschäftsführer von Germanwings und weitere Redner ihre Erfahrungen weiter. Geplant sind ein Besuch im Großrohrwerk, die Stadtführung durch Rostocks historisches Stadtzentrum und eine Ausfahrt mit der russischen 4-Mast-Bark „Kruzenshtern“.

6. Pilsener Hanse-Sail-Cup elektrisiert die Fußballer der Schiffsbesatzungen
Klangvolle Namen stehen in der Siegerliste des Hanse-Sail-Cups. So gewannen 2005 die Mannen der „Mecklenburg-Vorpommern“ und 2006 die der „Gorch Fock“. 2007 stand ganz im Zeichen der polnischen Fußballer. Cup-Gewinner wurde das Team des Schulschiffes „Iskra“, das im Endspiel seine Landsleute von der „Dar Mlodziezy“ mit 4:0 vom Feld fegte. Bei den spannenden Kämpfen, die sich in den vergangenen Jahren abspielten, ist es kein Wunder, dass sich beim Veranstalter bereits zehn Mannschaften angemeldet haben. „Wir erwarten, dass sich noch ein paar Unentschlossene kurzfristig melden werden“, meinte Turnierleiter Gerhard Wendt und rechnet mit 12 bis 15 Mannschaften 2008.

Helfende Hände auf der 18. Hanse Sail
Sie sind mitten unter uns. An den Bühnen, auf dem Parkplatz, an den Souvenir-Ständen, pendelnd zwischen Schiffen und Betreuungszentrale: die ehrenamtlicher Helfer der 18. Hanse Sail Rostock. Günter Senf hat ein 170 Mann starkes Team zusammengestellt, das sich vor Hilfsbereitschaft förmlich überschlägt. Rund um die Uhr steht es den Schiffsbesatzungen, Künstlern und Mitseglern zur Verfügung – kauft ein, kümmert sich um Reparaturen und die Informationsversorgung. Tanja Voigt (23) ist als Betreuerin der lettischen Popband „Podzinas“ eingeteilt. Sie begleitet die vier Mädchen zu ihren Auftritten, löst ihre Probleme und führt sie zu den hiesigen Sehenswürdigkeiten. „Wir möchten gerne zeigen, dass Rostock eine gastfreundliche Stadt ist“, erklärt Günter Senf. Dies gelingt gut: Das Lob der erstklassigen Betreuung auf der Hanse Sail dringt weit über die Grenzen der Hansestadt hinaus.

Historica Spektakulum –
Mittelalterliches Marktgeschehen am Museumshafen
Begeben Sie sich auf eine Reise zurück in die Zeit, in der das Bier noch süß, das Essen deftig und die Becher aus Holz waren. Der Historische Markt am Museumshafen versetzt die Besucher der Hanse Sail täglich ab 10.00 Uhr zurück ins Mittelalter. Den regelmäßigen Höhepunkt bildet das Piratenspektakel, das ab 12.00 Uhr alle zwei Stunden stattfindet. Hier bieten Feuerschlucker, Jongleure und Musikanten eine atemberaubende Show. Auf der Handwerkermeile fertigen und verkaufen Gerber, Filzer und Marionettenmacher ihre Waren. Die Verweilmeile lockt mit Leckereien, die nach mittelalterlichen Rezepten zubereitet werden. Ein Schluck Met oder Kirschbier, eine Portion Schwein am Spieß und Brot aus dem Steinofen stärken für den weiteren Besuch der Hanse Sail. Während die Eltern schlemmen, können die Kinder sich auf der Schiffsschaukel vergnügen.

Klangliche Harmonie bei der 2. Hafensinfonie
Es war ein gewagtes Projekt. Schon die Konzeption der 2. Hafensinfonie „Luft und Wind“ verlangte dem Komponisten Wolfgang Schmiedt alles ab. Am Donnerstag, dem 7.8., in der Stunde vor Mitternacht vereinten sich die ungewöhnlichen Instrumente dann endlich zu mystisch-maritimer Harmonie: sieben Schiffstyphone, das Bläserquartett „Fun Horns“, ein zehnköpfiges Percussion-Ensemble, eine Mundharmonika und die Kirchenglocken der Hansestadt Rostock. Das Publikum an der Pier der Haedge-Halbinsel war beeindruckt von dem kreativen Klang- und Farbenspiel. „Der Mut hat sich gelohnt“, freut sich Schmiedt. Realisiert werden konnte dieses aufwändige Projekt auch dank der vielen Sponsoren: Baltic Lloyd, Fairplay Towage, Frachtcontor Junge, Heinrich Hirdes, Homtrans Service, Interseroh Metallaufbereitung, Sartori & Berger, ScanRo, Seehafen Wismar, Techem.

Radiosender on tour
Nach einigen Jahren der Abstinenz wird sich der beliebte Radiosender Antenne Mecklenburg-Vorpommern wieder am traditionellen Standort zwischen den Getreidespeichern im Rostocker Stadthafen präsentieren. Martina Hildebrandt von der produzierenden Agentur betont, dass es für Antenne MV sehr wichtig ist, wieder auf dem größten kulturellen Ereignis des Landes präsent zu sein. Holger Bellgardt, Leiter des Büros Hanse Sail, freut sich ebenfalls auf das bekannte Musikprogramm und über das zusätzliche kulturelle Angebot. So wird am Freitag um 19.00 Uhr der Sommerhit 2008 gekürt, den die Antenne-Hörer in den letzten Wochen aus zehn Kandidaten auswählen konnten. Drei Sommerhit-Kandidaten werden vor Ort sein, u. a. auch Revolverheld mit ihrem Fußballsong zur EM 2008. Seit Jahren kontinuierlich am gewohnten Standort im Stadthafen dabei ist der Norddeutsche Rundfunk mit seinen Programmen N JOY (Donnerstag), NDR 2 (Freitag) und NDR 1 Radio MV (Wochenende). Das Lokalradio LOHRO lässt seine Hörer wieder vor dem MAU-Club „Rocken & Poppen“.

Marine zum Anfassen
Schiffsbesichtigungen, Tage des „Offenen Stützpunktes“, Vorführungen. Die Hanse Sail bietet viele Möglichkeiten bei der Marine hinter die Kulissen zu gucken – und das an drei verschiedenen Orten. Von Donnerstag bis einschließlich Samstag öffnet der Marinestützpunkt Warnemünde seine Tore für Neugierige und bietet ein abwechslungsreiches maritimes Programm. Ein Highlight der Hanse Sail ist ganz bestimmt das Open-Ship auf der legendären „Gorch Fock“, dem Segelschulschiff der Deutschen Marine, die dieses Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feiert. Besucher sind am Freitag und Sonntag willkommen, sich mit diesem stolzen Schiff vertraut zu machen. Als Kontrast öffnet mit der Korvette „Braunschweig“ am Samstag und Sonntag das neuste Schiff der Marine seine Stelling für Interessierte. Beide Schiffe liegen am Passagierkai in Warnemünde. Von Freitag bis Sonntag ist das Schnellboot „Zobel“ im Stadthafen von Rostock zu besichtigen.
 
Schwere Taucherei unter dem Kupferhelm
„Auch unter Wasser ist die Hanse Sail schön“, feixt Rolf Schmeckel, als er noch trocken und fidel an Land steht. Drei tolle Veranstaltungstage und mehrere Bäder im Stadthafen stehen dem Vorsitzenden des Warnemünder Helmtauchervereins „Ostsee“ mit seinen Freunden bevor. Von Freitag bis Sonntag (8.-10. August) ab 10.00 Uhr gibt es zu jeder vollen Stunde die Show der Wassermänner. 20 Helmtaucherfreunde sind zur Hanse Sail dabei. Ein Helmtaucher in voller Ausrüstung wiegt mit Helm, Bleigürtel und Eisenschuhen gleich 70 Kilogramm mehr und muss von zwei Männern angezogen werden. Vor zehn Jahren wurde der in Norddeutschland einmalige Verein in Warnemünde gegründet. Er pflegt die Tradition einstiger Helmtaucher, deren gefährliche Schwerstarbeit längst durch moderne leichte Tauchgeräte abgelöst worden ist.

Feuerwerke im Stadthafen und Warnemünde zur 18. Hanse Sail
Der Samstag bleibt traditionell den Feuerwerken im Rostocker Stadthafen und in Warnemünde vorbehalten. Jeweils um 22.30 Uhr schießen die ersten Raketen in die Luft und zaubern den Sail-Gästen bis 22.45 Uhr die abenteuerlichsten Figuren an das Himmelsfirmament. Ansonsten bestimmen die unterschiedlichsten Veranstaltungen das Gesicht dieses Tages: von den Regattaläufen der NDR-Segeltalente ab 9.00 Uhr im Segelstadion, über Open-Ship auf der „Braunschweig“ am Warnemünder Passagierkai oder des Schnellbootes „Zobel“ im Stadthafen (beide Deutsche Marine), bis hin zur Weiterführung der Veranstaltungen im Rahmen des 8. Internationalen Seefliegertreffens oder des Internationalen Marktes mit den Ständen des Sail-Partnerlandes Lettland.

Unsere Sail-Serie-2
Der Weihnachtsbaum – ein Geschenk der Letten für die Christenheit
„All überall auf den Tannenspitzen, sah ich güldene Lichtlein blitzen.“ Der diese Weihnachtsverse geschrieben hat, könnte vielleicht in Riga gewesen sein. Den Kaufleuten dort sagt man nach, sie hätten 1510 eine Tanne mit Blumen und Lichtern  geschmückt, um der Geburt Christi zu gedenken. Heute ist dieser „Bomis Ziemsvïtki“ in vielen Ländern Symbol der Weihnacht. Doch die Letten haben weit mehr für die Welt getan. Die Farbfotografie erhielt starke Impulse von dort. Die kleinste Fotokamera der Welt kam von den Ufern der Düna, aus dem Rigaer VEF Werk. Dieses Unternehmen hatte zu Zeiten der Sowjetmacht maßgeblichen Anteil an der durchgehenden Elektrifizierung der UdSSR. Automobil- und Flugzeugbau, die Energieproduktion und die Hafenwirtschaft haben das Land in der Vergangenheit vorangebracht und bekannt gemacht.

Wetter
So langsam wird es verständlich, dass sich einige Sail-Gäste mit hinreichenden Befürchtungen an das Wetter vom vorigen Jahr erinnern. Von dem sagte der Sail-Chef Holger Bellgardt, es sei das grauenvollste seit Jahren gewesen. Auch dieser Freitag schickt sich an, bei wechselnder Bewölkung die Sail-Besucher mit gewittrigen Schauern zu ärgern. Ob die Aussicht, dass sich im Laufe des Tages der Himmel gelegentlich aufklart, tröstet, hängt wohl davon ab, wie grimmig sich die Schauer zeigen. Regenschirme bereithalten!