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Bulletin 3 - 9. August 2008

3-Mast-Bramsegelschoner „Santa Barbara Anna“
im Stadthafen Rostock
Stolz präsentiert sich das Traditionsschiff „Santa Barbara Anna“, das als Dieseltrawler 1951 in der englischen Richard Iron Works Lowestoft-Werft gebaut wurde. Die Sail-Besucher staunen, staunen noch mehr, als sie den Namen des Eigners lesen: Joey Kelly. Da war doch was? Ja, das war doch der Frontsänger der Kelly-Familie, der Extrem-Läufer und Iron-Man von Hawaii. „Völlig richtig“, ruft Günther Schmidt von der Crew und schafft Freude unter den fragenden Leuten. Navigator Nobert Persigehl verweist dann darauf, dass ein Verein das Schiff führt und stets auf der Suche nach neuen Mitgliedern ist, „die für eine ganzjährige Mitarbeit an Bord“ gewonnen werden können. Für die, die Interesse zeigen, solche Fahrten wie nach Halmstad, nach Heringsdorf zu den Kaisertagen oder zur Kieler Woche mitzumachen, „für die ist unser Skipper Gerd Düffer der Ansprechpartner.“

Hochzeitspaar am Liegeplatz 92
So hat die Hanse Sail 2008 bei schönstem Sonnenschein auch ihr ganz privates Glück. Natalie und Andreas Kuhblank, die im nahegelegenen Standesamt geheiratet hatten, fanden es „ausgesprochen passend und feierlich“, zur Fotosession auf den Traditionssegler  „Lisa von Lübeck“ zum Liegeplatz 92 zu gehen. „Das war eine tolle Idee und alles hat super geklappt“, sagt die in rot gekleidete Braut mit dankbarem Augenaufschlag zum Bräutigam. Ausgezeichnet gefallen hat auch der Einfall von Klaus Schach, der eine rüstige Seniorengruppe bereits um 6.00 Uhr von Berlin zur Hanse Sail und direkt an Bord der „Pirola“ zu einer fünfstündigen Ausfahrt führte. „Herrlich“, schwärmte Heidrun Arendt, „Wetter großartig, gastronomische Betreuung spitze“ und Ehemann Reinhard ergänzt: „Da müssen wir Herrn Schach für die Wiederholung im nächsten Jahr gewinnen.“

Bernt Lüchtenborg –
von Cuxhaven zweimal um die Welt nach Rostock
Am Donnerstag ist das Expeditionsschiff „SY Horizons“ im Rostocker Stadthafen eingelaufen. Der Weltumsegler Bernt Lüchtenborg ist nach Rostock gekommen, um sein Projekt „sail2horizons“ vorzustellen. Er möchte mit seiner für 2009 geplanten doppelten Weltumseglung ein Zeichen setzen und die Öffentlichkeit aufrütteln. „sail2horizons“ ist für ihn nicht nur eine sportliche Herausforderung, sondern in erster Linie ein Projekt, mit dem er auf die dramatischen Veränderungen des Klimas aufmerksam machen und benachteiligten Kindern und Jugendlichen eine Perspektive geben möchte. Lüchtenborg freut sich besonders auf Rostock und sagt: „Das Organisationsteam der Hanse Sail gibt mir hier die Möglichkeit, mein Projekt einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Im Jahre 2010 soll die doppelte Weltumseglung vielleicht sogar zur Hanse Sail in Rostock ihr glückliches und erfolgreiches Ende finden.“ Neben einigen Presseterminen und Segelaktionen mit Kindern wird Bernt Lüchtenborg am Samstag die Ausfahrt der Teilnehmerschiffe vom Stadthafen nach Warnemünde anführen.

Couch im Strom und mit Blaulicht vor Fähren und Frachtern
im Seekanal
30 Beamte und 13 Boote bringt die Wasserschutzpolizei seit Donnerstag zur 18. Hanse Sail auf die Warnow und Ostsee. Helmhard Lakomy, Polizeihauptkommissar und Leiter der Wasserschutzpolizei-Inspektion Rostock, sagt: „Wir haben für die Großveranstaltung alle Boote zwischen den Warnemünder Molen und der Schleuse am Mühlendamm sowie im Seegebiet zwischen Kühlungsborn und Darßer Ort im Einsatz, über die wir verfügen.“ Und: Es gibt gute Unterstützung unserer Kollegen aus Heiligenhafen, Sassnitz und aus Wismar. Fünf schnelle Schlauchboote sind zur Begleitung der Berufsschifffahrt im Seekanal im Einsatz. Vor jeder Fähre und jedem Frachtschiff läuft einer der „Flitzer“ mit Blaulicht. „Das erhöht die Sicherheit erheblich“, sagt Lakomy, der schon 17 Windjammertreffen erlebt hat. Unvergessen sind auch bei Chronisten die kuriosen “Vorkommnisse“: „Eine Couch treibt auf der Warnow“, hieß es bei einer Hanse Sail für die Männer, die für Ordnung und Sicherheit sorgen.

Regattakurs für Traditionssegler geht in nördliche Richtung
Heute punkt zwölf startet westlich des Warnemünder Leuchtturms die traditionellen Regatten der Traditionssegelschiffe. „Windstärke 5 aus West ist vorausgesagt. Das heißt, die Reise geht etwa fünf Seemeilen in nördliche Richtung bis zur orangefarbenen Regattatonne und zurück“, blickt Regattaleiter Uwe Jahnke voraus. In den heutigen frühen Morgenstunden wird in der Steuermannsbesprechung der ganz aktuelle Kurs abgesteckt. Je nach Größe und Schiffstyp starten die Schiffe in vier Klassen, den rahgetakelten Traditionsseglern, den Schonern und Galeassen, Einmastern oder Yachten. Bereits gemeldet sind drei Schiffe aus Holland: Neben dem Clipper „Stad Amsterdam“ (76 Meter) auch die Barkentine „Thalassa“ (47 Meter), der Clipper „Stella Maris“ (32 Meter) und die schwedische Brigantine „Baltic Beauty“, die oft zu den schnellsten Regattaseglern gehörte.

So schnell in Rostock wie nie:
Der Wind trieb die „V Symphony“ voran
So schnell war Wim Spaargaren noch nie in Rostock: Von Karlskrona über die Ostsee in nur 27 Stunden. In anderen Jahren hat der 68-jährige Skipper aus Holland sieben bis zehn Stunden mehr gebraucht. Am Dienstagabend war er in der südschwedischen Hafenstadt gestartet und hat 2008 als einziger die Distanz der Hiortenregatta „in einem Ritt“ bezwungen. Der richtige Wind aus Nordwest und Südost trieb die „V Symphony“ nun schon zum 5. Mal nach Rostock zur Sail. Bei einem schweren Betriebsunfall hatte Wim Spaargaren vor 30 Jahren ein halbes Bein verloren, lernte mühsam wieder das Laufen und brachte sich das Segel-Einmaleins auf einem Laser bei. Er hat alle wichtigen Segelscheine in der Tasche und inzwischen auch die nötige Erfahrung, um mit seiner „V Symphony“ bei jeder Regatta nicht mehr als Schlusslicht anzukommen. Sein knapp 50 Jahre altes Schiff hatte der Betriebsschlosser selbst wieder seetüchtig gemacht.

Sail-Kracher: 9. Rostocker Kanonier- und Böllertreffen
Das Kanonenbiwak am 9. und 10. August am Gehlsdorfer Ufer ist mittlerweile ein bundesweites Treffen von Traditionsvereinen mit ihren Kanonen und Uniformen und schon im lautlosen Zustand eine Sehenswürdigkeit. 21 Vereine und Böllergruppen aus ganz Deutschland mit 120 Kanonieren nehmen an dem Treffen teil. 36 Kanonen, deren größte der Bremer Schützenverein mitführt und ein Kaliber von beachtlichen 150 Millimetern aufweist, beziehen am Gehlsdorfer Ufer der Warnow Stellung und begleiten die 18. Hanse Sail in traditioneller Weise mit Böllerschüssen und Salut. „Sogar eine Taufe wird in diesem Jahr hier vorgenommen“, so Manfred König, Stückmeister der Schützengesellschaft „Concordia“, „denn eine Kanone des Schützenvereins Hitzacker an der Elbe ist bislang namenlos.“ Und vermutlich wird es einen Extraböller geben: Der mit 168 Mitgliedern stärkste Schützenverein der Hansestadt Rostock, die Schützengesellschaft „Concordia“ von 1848 e.V., wird 160. Herzlichen Glückwunsch!

Ausfahrt der „Gorch Fock“:
Prominenter Besuch auf der „alten Dame“
Heute dreht sich für die Marine auf der Hanse Sail noch einmal alles um die „Gorch Fock“. Punkt 10.30 Uhr heißt es „Leinen los“ zur Ausfahrt des Segelschulschiffes der Deutschen Marine. Mit an Bord ist prominenter Besuch. Neben anderen geladenen Gästen erweist der Bundesminister der Verteidigung, Dr. Franz Josef Jung, auf Einladung des Inspekteurs der Marine, Vizeadmiral Wolfgang Nolting, der „alten Dame“ der Marine, die dieses Jahr ihren 50. Geburtstag feiert, die Ehre. Schon am Donnerstag hatte das Jubiläum der „Gorch Fock“ bei der feierlichen Präsentation einer 10-Euro-Gedenkmünze und einer Sonderbriefmarke sowie einem abendlichen Empfang im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gestanden. Bei der Ausfahrt kann die Besatzung heute im Seegebiet vor Warnemünde zeigen, wie gut sie ihr seemännisches Handwerk beherrscht. Den Abschluss des Tages bildet das NDR-Nordmagazin, das ab 19.30 Uhr live von Bord des Geburtstagskindes sendet und damit den medialen Höhepunkt der Feierlichkeiten setzt.

Drachenboot-Tauziehen im Museumshafen
Heute um 14.00 Uhr gibt es im Museumshafen ein Tauziehen der etwas anderen Art zu sehen. Auf einem Drachenboot werden fünf Mannschaften des Rostocker Vereins SV Breitling ihre Kräfte messen. Jeweils zwei Teams bestehend aus acht Leuten nehmen im Boot Platz, allerdings in entgegengesetzte Richtungen blickend. Mit dem Startschuss beginnt ein emsiges Paddeln. Jede Mannschaft versucht, das Boot in ihre Richtung zu bewegen. Wem dieses um zwei Meter gelingt, geht als Sieger des Wettstreites hervor. Hierfür müssen die Team-Mitglieder stark wie Drachen sein. Danach sind die traditionellen Paddelboote aber nicht benannt. Ursprünglich aus China stammend sind sie an Vorder- und Achtersteven mit ihren Namenspatronen verziert – kunstvoll geschnitzten Drachenköpfen und -schwänzen.

Farben- und Klangpracht im IGA Park
Am Abend des 8. August präsentierte das Symphonic Pop Orchestra unter der Leitung von Frank Hollmann das eigens für die Hanse Sail produzierte Programm „Colours of the Wind“ im IGA Park. Über 90 Künstler, unter ihnen Sänger, Tänzer und Instrumentalisten, ließen ein wahres Feuerwerk an Melodien aufsteigen. Das Publikum zeigte sich begeistert von dieser fulminanten Show. Beim titelgebenden „Colours of the Wind“ aus dem Disney-Film „Pocahontas“ kam wahre Gänsehautstimmung auf. Besonders beeindruckend waren die Tänzer mit ihren farbenprächtigen Kostümen. Begleitet von einer elektrischen Geige, boten sie irische Tänze dar. Ein weiteres Highlight war der stimmgewaltige Gospelchor, der bei dem Lied „Shadowland“ seine ganze Kraft entfalten konnte. Ein Abend, der noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Emotionen sind männlich – die Konzerte am Samstag-Abend
Es soll Menschen geben, die kommen nur wegen der abendlichen Partys zur Hanse Sail. Dazu haben sie auch allen Grund, denn die Konzerte auf den großen Bühnen der Sail haben es in sich. Auf der Hanse-Sail-Bühne spielt ab 21.45 Uhr Peter Schilling. Hier werden seine bekannten Hits der 80er-Jahre genauso zu hören sein, wie die Lieder von seinem 2007er Album „Emotionen sind männlich“. Männlich emotional bleibt es auch auf der Antenne MV-Bühne. Haddaway wird hier ab 20.45 Uhr Antworten auf die Frage „What is Love“ geben. Zu später Stunde ab 23.00 Uhr kommt der Mann aller Männer und selbsternannte König von Mallorca Jürgen Drews. Mit der Synthie-Pop-Band Alphaville werden die männlichen Musikdarbietungen am Samstagabend auf der NDR-Bühne von NDR 1 Radio MV komplettiert. An der LOHRO-Bühne wird sich gewohnt ein jüngeres Publikum in Partystimmung bringen. Ab 18.00 Uhr treten hier die Gruppen Dritte Wahl, Coogan’s Bluff, Les Bummms Boys u. a. auf, bevor es anschließend in den MAU-Club zur „Indie Night“ geht.

Unsere Sail-Serie-3
Die wechselvollen Beziehungen der Letten zu den Deutschen
Die Deutschen haben Lettland mitgeprägt, aber es auch oft unterdrückt – das sollte nicht vergessen werden, wenn an das wechselvolle Verhältnis der Letten zu den Deutschen gedacht wird. Zu den erfreulichsten und produktivsten Jahren partnerschaftlicher Beziehungen zählen unbedingt die der 50er-Jahre des 20. Jahrhunderts. Riga und Rostock schlossen im Oktober 1961 eine Städtepartnerschaft. Ventspils und Liepaja waren bis in die Gegenwart Anlaufhäfen der in Rostock beheimateten Handelsschiffe. In Mecklenburg-Vorpommern residiert seit 1994 ein Honorarkonsul für Lettland. Gegenwärtig sind Projekte wie die „Baltic-Plasma-Tec“ oder die Projektierung einer kompletten Anlage im Hafen Riga durch die Rostocker Inros Lackner AG wichtige Vorhaben der Zusammenarbeit. Breit angelegt sind auch Gemeinschaftsunternehmungen der Plasma-Technologie und die der Universitäten, Hoch- und Fachschulen beider Länder sowie der Betriebe, Schulen und der verschiedensten kulturellen Einrichtungen.

Vorschau für den Sonntag
Am Sonntag ist es der Stadthafen, der besondere Aufmerksamkeit auf sich zieht. So werden ab 15.30 Uhr im Bereich der Silo-Halbinsel die Achter vom Rostocker Ruderclub, des Olympia Ruderclubs Kessin und der Hochschulsportgemeinschaft Rostock um den ersten Platz in der Regatta „Hanse-Sail-Achter“ rudern. Die Sieger werden sich dann ab 18.00 Uhr mit den Gewinnern der anderen Regatten auf der Hanse-Sail-Bühne einfinden. Ein ganz besonderes Ereignis dürfte dann für Ästheten die Wahl der Miss Hanse Sail 2008 sein, die ab 15.00 Uhr auf der Hanse-Sail-Bühne läuft. In Warnemünde erwartet die Mannschaft des Marineschulschiffs „Gorch Fock“ um 10.00 Uhr die Gäste zum Ökomenischen Gottesdienst, während um die gleiche Zeit zum Seefahrer-Gottesdienst in die Kirche gebeten wird.

Das Wetter
Es macht uns weiterhin nicht so die rechte Freude: das Wetter. Ein Tief rückt über die südliche Norwegische See ostnordost ziehend auf die Hanse Sail zu und bringt eine Gemengelage zwischen wechselnder Bewölkung und leichten bis stärkeren Schauern auf.